Mag.a Verena Schaffer MSc

Psychotherapie bei Trauer und Verlust

Trauer - was ist das?

Trauer ist keine Krankheit. Sie ist eine angemessene Reaktion auf einen erlebten Verlust. Dabei greift sie den ganzen Menschen an. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Der Tod stellt die eigene Identität und möglicherweise auch nahestehende Beziehungen in Frage. Jeder Mensch trauert auf seine Art und Weise, ganz individuell. 

 

Gefühle, die mit Trauer verbunden werden

  • Einsamkeit und Hilflosigkeit
  • Gefühllosigkeit und Ohnmacht
  • Angst und Schuldgefühle
  • Wut und Zorn
  • Erleichterung (beispielsweise nach einer schweren Erkrankung des Verstorbenen)

 

Trauer als heilende Kraft

Immer wieder verlieren wir etwas, sind gezwungen Vertrautes zu verlassen und uns den Veränderungen des Lebens anzupassen. Stirbt eine geliebte Person, so sterben wir in gewisser Weise auch ein Stück mit dieser Person mit. Beim Tod eines vertrauten Menschen wird uns bewusst, wie sehr eine eigene Neuorientierung von uns selbst verlangt wird.

 

Wenn wir trauern verstehen wir die Welt nicht mehr und wir stellen uns die Frage nach dem eigenen Sinn des Lebens. Im Lösen von einem geliebten Menschen bleiben uns die Erlebnisse und Erinnerungen an diese Person erhalten. Sie können helfen den Trauerprozess zu bewältigen und die heilende Kraft dahinter zu entdecken.

 

"Das einzige Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe,

die wir hinterlassen, wenn wir gehen."

(Albert Schweitzer)

 

Die vier Phasen der Trauer

Verena Kast beschreibt die vier Phasen der Trauer, die durchlebt werden ehe Trauernde wieder ein geordnetes Leben führen können:

 

  • 1. Phase: Das Nicht-Wahrhaben-Wollen

Die erste Phase der Empfindungslosigkeit kann als Überwältigung von einem zu starken Gefühl, mit dem nicht umgegangen werden kann, gewertet werden. Viele Trauernde sind unter dem starken Gefühl erstarrt und erleben dadurch einen Art Gefühlsschock.

 

  • 2. Phase: Die aufbrechenden Emotionen

Es folgt die Phase der aufbrechenden Emotionen, die sich in Wut, Trauer, Freude, Zorn und Ruhelosigkeit zeigen kann. Diese Gefühlsausbrüche sind vermutlich eine Reaktion auf die veränderten Lebensumstände und auf die Ohnmacht, die wir angesichts des Todes eines geliebten Menschen erfahren.

 

  • 3. Phase: Das Suchen und Sich-Trennen

Das Suchen scheint bei vielen Trauernden sehr real zu sein - es werden beispielsweise Örtlichkeiten aufgesucht, die der Verstorbene geliebt hat. Das Suchverhalten kann helfen den Verlust eines geliebten Menschen zu akzeptieren und die gelebte Beziehung lebendig zu halten.  

 

  • 4. Phase: Der neue Selbst- und Weltbezug

Diese Phase zeichnet sich dadurch aus, dass der Verlust akzeptiert ist. Es entstehen neue Lebensperspektiven, ohne dass der Verstorbene vergessen wäre. Der Trauernde kann sich vom Verstorbenen immer mehr lösen und Schirtt für Schritt ein neues inneres Gleichgewicht finden. 

 

Die Trauer macht Sie krank, wenn ...

  • Sie selbst das Gefühl haben, sie hält übermäßig lange an
  • Ihr Alltag nur eingeschränkt bewältigbar ist
  • intensive Gefühle von Sinn- und Hoffnungslosigkeit Sie quälen
  • Sie Angst haben den Anschluss an ihr bisheriges Leben zu verlieren
  • Sie in einer scheinbar "sicheren" Situation (Kinobesuch) mit einer intensiven Trauerreaktion reagieren

 

Sie sind nicht allein - Psychotherapie kann helfen

Durch die bewusste Auseinandersetzung mit der Trauer wird Ihr Leben wieder erträglicher und lebenswerter. Dabei lassen sich Krankheitssymptome lindern und Sie können neue Zukunftsperspektiven entwickeln. 

 

Das sollten Sie wissen

Menschen, die eine geliebte Person verloren haben reagieren längere Zeit auf jede Art des Verlustes häufig mit starken Emotionen. Es entsteht ein sogenannter „Rückfall“ und dabei gehen sie durch den eignen Trauerprozess noch einmal durch. Meist geschieht dies jedoch nicht mehr in der ursprünglichen Intensität.